Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.
[Bildunterschrift: Bei Schafen, Ziegen und Rindern führt das Schmallenberg-Virus zu Missbildungen. ]
Für das seit einigen Monaten auf Bauernhöfen in Europa auftretende Schmallenberg-Virus gilt ab sofort de facto eine Meldepflicht. Darauf einigten sich Bund und Länder, wie das Bundeslandwirtschaftsministerium erklärte. Ende März soll der Bundesrat die Meldepflicht offiziell beschließen. In Deutschland sind derzeit 186 Betriebe betroffen, die Europäische Kommission sieht einem Sprecher zufolge aber keine gesundheitliche Notlage in der EU.
Offiziell soll der Bundesrat die Meldepflicht im März beschließen, sagte die leitende Tierärztin im Ministerium, Karin Schwabenbauer. Sie sei "erforderlich, damit die Veterinärbehörden sich einen umfassenden Überblick übers Krankheitsgeschehen verschaffen und Bekämpfungsmaßnahmen ergreifen können." Bis dahin sollen die kommunalen Veterinärbehörden Verdachtsfälle auf freiwilliger Basis über das Tierseuchen-Nachrichten-System TNS melden.
Das vor allem bei Schafen auftretende Virus wurde jetzt erstmals in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen auch bei einem Rind nachgewiesen. Es handle sich um eine Milchkuh auf einem Hof bei Emmerich im Kreis Kleve, sagte ein Sprecher des Landesumweltamts. Der für Menschen nach bisherigen Erkenntnissen ungefährliche Erreger verursacht Frühgeburten und schwere Missbildungen bei Lämmern.
Von dem Virus betroffen sind in Deutschland den Angaben zufolge derzeit vor allem Betriebe in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Schleswig-Holstein. Das Virus wurde aber nach Angaben der EU-Kommission auch in den Niederlanden, Frankreich, Belgien und Großbritannien nachgewiesen.
Das Schmallenberg-Virus war im Sommer vergangenen Jahres zunächst in den Niederlanden entdeckt worden. In Deutschland konnte das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit es erstmals im November bei Proben von Tieren aus dem Ort Schmallenberg im Sauerland nachweisen. Das Virus wird offenbar durch kleine Mücken, sogenannten Gnitzen, übertragen. Die Insekten infizierten vermutlich im vergangenen Sommer erste Tiere.
Die EU-Kommission sieht daher einem Sprecher zufolge "keine gesundheitliche Notsituation in Europa". Wegen der kalten Temperaturen auf dem Kontinent sei eine Übertragung durch Insekten derzeit nicht möglich, die Entwicklung werde jedoch beobachtet.
Das Friedrich-Loeffler-Institut arbeitet nach eigenen Angaben mit Hochdruck an der Entwicklung eines Impfstoffs. Russland und Mexiko haben bereits eine Sperre für den Import trächtiger Rinder und Schafe, sowie für Rindersamen und -embryonen aus Deutschland verhängt. Mit Blick auf Russland nannte der Sprecher der EU-Kommission die Entscheidung "unverhältnismäßig".
Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW