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19.05.2012

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Banner Festnahme Carsten S. NSU
Mutmaßlicher NSU-Helfer war angeblich NPD-Funktionär
Mutmaßlicher NSU-Helfer war angeblich Parteifunktionär

Erneut führt eine Spur zur NPD

Der als mutmaßlicher Unterstützer der Zwickauer Terrorzelle verhaftete Carsten S. war laut einem Zeitungsbericht früher ein Funktionär der rechtsextremen NPD. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, stand der heute 31-Jährige nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes 1999 an der Spitze des NPD-Kreisverbands Jena. Außerdem habe er dem Thüringer Landesvorstand und als Landesvertreter dem Bundesvorstand der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten angehört.

Vorwurf: Beihilfe zu sechs Morden

Carsten S. wird zu einem Haftprüfungstermin beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe gebracht. (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Carsten S. wird zu einem Haftprüfungstermin beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe gebracht. ]
Beamte des Spezialkommandos GSG 9 hatten Carsten S. gestern in Düsseldorf festgenommen. Er soll den Terroristen 2001 oder 2002 eine Schusswaffe und Munition verschafft haben. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm Beihilfe zu sechs Morden und einem Mordversuch vor. Zeitweilig war Carsten S. den Ermittlungen zufolge der einzige aus dem NSU-Umfeld, der unmittelbaren Kontakt zur Zwickauer Zelle hatte.

Insgesamt sitzen nun fünf Verdächtige aus dem Umfeld des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU), wie sich die Terrorzelle selbst nennt, in Untersuchungshaft. Carsten S. ist der zweite von ihnen, der direkt mit der NPD in Verbindung gebracht wird. Bereits seit November sitzt Ralf Wohlleben, der zwischenzeitlich zum stellvertretenden Landeschef der Thüringer NPD aufgestiegen war, als mutmaßlicher Unterstützer der Terrorzelle in Untersuchungshaft. Laut "Süddeutscher Zeitung" soll Carstens S. die Waffe an Wohlleben übergeben haben, der dann dafür sorgte, dass die Terroristen sie erhalten. Zwischen Wohlleben und Carsten S. soll es laut Thüringer Verfassungsschutz Ende der 1990er Jahre "eine recht enge Verbindung in Jena gegeben" haben.

Hintergrund:

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Carsten S. nach eigenen Angaben im Jahr 2000 ausgestiegen

Carsten S. ist nach eigener Aussage bereits im Jahr 2000 aus der rechten Szene ausgestiegen. Nach Informationen von wdr.de lebte er in Düsseldorf offen schwul. Er engagierte sich dort im Bereich der Aids-Aufklärung.

Der 31-Jährige wurde in Karlsruhe dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt, der am späten Abend Untersuchungshaft anordnete. Das teilte der Sprecher der Bundesanwaltschaft, Marcus Köhler, der Nachrichtenagentur dapd mit. Carsten S. soll umfassend ausgesagt haben.

Hintergrund:

Neonazis Uwe B. und Ralf W. (Foto: dapd)
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Stand: 02.02.2012 19:43 Uhr
 

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